Wundmanagement
Neues Angebot für stationäre Patienten
Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa fünf Millionen Menschen an einer chronischen Wunde, deren Behandlung etwa fünf Milliarden Euro kostet. Chronische Wunden, wie sie z. B. auftreten können bei Ulcus cruris - das ist eine Gewebeschädigung am Fuß bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (offenes Bein), bei Dekubitus (Wundliegen) oder bei Wundheilungsstörungen nach einer Operation, erfordern eine professionelle Wundversorgung.
Deshalb sind in den Oberhavel Kliniken in Oranienburg und Hennigsdorf seit nunmehr zwei Jahren extra dafür ausgebildete und nach ICW e.V. (Initiative Chronische Wunden e.V.) zertifizierte Wundexperten im Einsatz, die den Patienten ein pflegerisches Wundmanagement anbieten.
Aufgabe der Wundexperten ist es, eine angemessene und kontinuierliche Wundversorgung zu gewährleisten, um den Patienten die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. Die Wundexperten sind spezialisiert auf schlecht heilende, mazerierte (durch Feuchtigkeit aufgequollene Wundränder) und infizierte Wunden jeglicher Art. Zur Behandlung dieser verwenden sie Verbände nach neuestem Standard, die zum Teil auch mehrere Tage auf den Wunden verbleiben können, was förderlich ist für die Heilung.

Wundexperten im Einsatz: Nadja Suckow (von links), Christian Maier und Katrin Horn. Foto: Oberhavel Kliniken
Zuerst wird in Absprache mit dem behandelnden Arzt ein Therapieplan erstellt, der individuell auf die Wunde abgestimmt ist. Dabei werden Laborwerte, Ernährungszustand, Lebensumstände und diagnostische Befunde berücksichtigt. Die Auswahl der Verbandsstoffe wird individuell auf die Wunde abgestimmt. Regelmäßige Wundvisiten gewährleisten die Überprüfung einer optimalen Wundversorgung.
Zu den Aufgaben der Wundexperten gehört aber nicht nur die Versorgung und Pflege der Wunden, sondern weitaus mehr. So geben sie innerhalb der Kliniken Unterstützung bei der Auswahl der Verbandsstoffe sowie bei der Wunddokumentation, die von großer Bedeutung ist. Sie enthält z. B. Patientendaten und Angaben zur Art, zur Ursache, zum Zustand und Ort der Wunde. Auch der Wundheilungsverlauf, die gewählte Verbandsart sowie die Symptome werden sorgfältig notiert.
Auch die Beratung von Patienten und deren Angehörigen nimmt einen wichtigen Teil ein. Die Wundexperten sorgen ebenfalls für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt, indem sie ihre Patienten an Experten übergeben, die sich um die häusliche Wundversorgung kümmern. So kann z. B. eine Weiterversorgung der Wunde durch die externe Wundschwester erfolgen.
Alle Kooperationspartner, wie z. B. Hausarzt oder Pflegeeinrichtung erhalten eine Therapieempfehlung in schriftlicher Form. Der Sozialdienst kann den Betroffenen ebenfalls in allen Belangen einer optimalen häuslichen Wundversorgung beratend zur Seite stehen.
Die Bedürfnisse und Wünsche der Patienten stehen immer im Mittelpunkt.
Was ist eine chronische Wunde?
Wenn Wunden schlecht oder nicht mehr richtig heilen, spricht man von einer chronischen Wunde.
Wichtig ist, die zugrunde liegenden Störfaktoren zu erkennen und die Behandlung darauf abzustimmen.
Wie werde ich behandelt?
Zunächst diagnostiziert der Arzt die Grunderkrankung. In Absprache mit dem Wundexperten, der Sie in allen Fragen, die mit der Wundversorgung zu tun haben, berät, wird ein Therapieplan festgelegt.
Was ist eine zeitgemäße Wundbehandlung?
Sie beruht auf den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und ermöglicht ein ideal feucht-warmes Wundmilieu, in dem die körpereigenen Heilungsprozesse am besten funktionieren.
Woran erkenne ich, dass meine Wunde heilt?
Die Wundheilung durchläuft verschiedene Phasen:
Zunächst wird die Wunde mehr Feuchtigkeit abgeben.
Dann nimmt die Tiefe der Wunde allmählich ab und nähert sich dem normalen Hautniveau bis zur vollständigen Heilung.
Warnsignale
- Plötzlich auftretende Schmerzen
- Rötung der Haut
- Schwellung
- Geruchs- und Farbveränderungen der Wundflüssigkeit





