02.09.2014  „Station Abschied” 

Spende ans Oberhavelhospiz, das ab 1. November Patienten aufnimmt./Kassen tragen nur 90 Prozent der täglichen Kosten.

Von Heike Bergt

Oranienburg Helfen, wo Hilfe nottut, das wollten die Mitarbeiter der Feuersozietät Berlin-Brandenburg und starteten eine Spendenaktion, so Vorstandsvorsitzender Frederic Roßbeck. Rund 2000 Euro kamen dabei zusammen, gesammelt unter den Kollegen des Versicherungsunternehmens. Zu gleichen Teilen übergab Roßbeck gestern das Geld an die Kita „Leuchtturm” des Christlichen Jugendzentrums in Oranienburg und an das stationäre Hospiz, das derzeit an der Germendorfer Allee 18 in Oranienburg im Bau ist. „Jede Spende, ob groß oder klein, ist uns sehr willkommen”, bedankte sich der Geschäftsführer der Oberhavelkliniken und Bauherr, Detlef Troppens. Am 1. November soll der Neubau fertig sein. Derzeit haben Fliesenleger und Maler alle Hände voll zu tun. Und die Außenanlagen auf dem 5500 Quadratmeter großen Grundstück werden gestaltet. Ein Bauvorhaben für 2,5 Millionen Euro, das in Oberhavel dringend gebraucht wird. In allen zwölf Zimmern sorgen große Fensterfronten für viel Licht. Davor jeweils eine Terrasse. Es gibt einen gemeinsamen Essenraum, ein Entspannungsbad, Räume für die Mitarbeiter. Insgesamt 15 Vollzeitkräfte und zudem Teilzeitkräfte werden es sein, so Detlef Troppens. Am Freitag fanden mehrere Bewerbungsgespräche statt. Schwestern, Therapeuten, Sozialarbeiter gehören dazu. Die Leiterin steht schon lange fest. Es ist Simone Hußner, die seit vielen Jahren auf der Intensivstation im Oranienburger Krankenhaus arbeitet, „sich in Kursen auf den besonderen Einsatz vorbereitet hat und diese Aufgabe übernehmen will“, so Troppens. In 99 Prozent der Fälle sind es unheilbare Krebspatienten, die in einem Hospiz ihr Leben schließen. „Statistisch gesehen, werden sie drei Wochen in einem Hospiz versorgt und betreut”, so Verwaltungschefin Dorothea Mantei. Als „unfassbar“ kritisierte Troppens die Regelung, „dass die Pflegekassen nur 90 Prozent der Tageskosten tragen, zehn Prozent aus Spenden finanziert werden müssen”. Für das Oberhavelhospiz heißt das, „jährlich 75 000 Euro einzuwerben, um das Betreiben des Hauses sichern zu können”.

Benefizkonzert

Die „Oranienburger Musici“ laden zum Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins Stationäres Hospiz für Sonntag, 7. September, ein.

Beginn: 16 Uhr in der Dorfkirche Schmachtenhagen. Leitung: Elisabeth Brunnemann-Rademacher.

Es erklingen Werke von Buxtehude, Nicolaus Bruhns und Gottfried Stölzel. Daneben bringt das Ensemble in der Besetzung mit Violinen, Flöten, Cello, Orgel und Gesang auch andere Meister des Barock sowie Kompositionen von Bartholdy und Durufle zu Gehör.

 

Märkische Allgemeine Zeitung, 02.09.2014


vorherige Seitezum SeitenanfangSeite ausdrucken