Nicht unsichtbar: April im Zeichen des Autismus
31.03.2026
„Autismus ist kein Defizit, sondern eine andere Perspektive auf die Welt“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Wenzel Nürnberger, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin an den Oberhavel Kliniken Oranienburg. Am 2. April beginnt mit dem Welt-Autismus-Tag der Monat des Bewusstseins für Autismus unter dem Motto „Nicht unsichtbar“. Der Klinikverbund nutzt diesen Anlass, um aufzuklären, Vorurteile abzubauen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.
Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist keine Krankheit im klassischen Sinne, sondern eine neurologische Besonderheit (Neurodivergenz). Betroffene Kinder nehmen die Welt anders wahr, verarbeiten Informationen sehr individuell und haben oft besondere Stärken – etwa eine außergewöhnliche Detailwahrnehmung oder intensive Spezialinteressen. Etwa eines von 100 Kindern lebt mit der Diagnose.
Dr. Wenzel Nürnberger engagiert sich für die Entstigmatisierung und Inklusion autistischer Kinder. Gerade im Gesundheitswesen komme es auf angepasste Abläufe an, betont er: „Kinder mit Autismus profitieren von klar strukturierten Terminen, ruhiger Kommunikation und einer reizarmen Umgebung. Wichtig ist auch, Eltern als Experten für ihr Kind einzubeziehen, denn sie wissen am besten, was ihrem Nachwuchs Sicherheit gibt und was vermieden werden sollte.“
Mit der Tagesklinik „Kastanie“ für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Standort Oranienburg bieten die Oberhavel Kliniken zudem ein spezialisiertes Behandlungsangebot für Heranwachsende – auch mit Autismus-Spektrum-Störungen. Ziel ist, die jungen Patienten und ihre Familien zu stärken und Wege für die Alltagsbewältigung aufzuzeigen.
Der Aktionsmonat April erinnert daran: Man sieht Betroffenen ihre Neurodivergenz nicht an. Gerade deshalb ist es wichtig, das Bewusstsein für ASS zu schärfen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern – damit kein Kind übersehen wird.

















