Ministerpräsident gratuliert zum 25. Geburtstag
01.04.2026
Man erkennt sie schon von weitem. Die grünen Poloshirts nebst dunkelgrünen Halstüchern heben die ehrenamtlichen Helfer vom Klinik-Weiß ab. Offene Gesichter, Lächeln, eine Frage auf den Lippen: „Kann ich Ihnen helfen?“ Denn das tun sie – schon seit einem Vierteljahrhundert. Vor 25 Jahren, am 1. April 2001, gründeten sich die Grünen Damen (Herren stießen später hinzu) an den Oberhavel Kliniken.
In einem Festakt am Mittwoch in der Klinik Oranienburg erinnerten die Ehrenamtlichen und ihre Gäste an diesen Meilenstein. Mit dabei: die Geschäftsführung der Oberhavel Kliniken, Wiebke Gröper und Dr. Detlef Troppens, die Gesundheitsdezernentin des Landkreises Nancy Klatt – und Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, der sich dem Ehrenamt im Allgemeinen und den Helfern an den Krankenhäusern im Speziellen sehr verbunden fühlt. In seinem Grußwort hob er hervor: „Seit 25 Jahren schenken die Grünen Damen und Herren an den Oberhavel Kliniken Patientinnen und Patienten Zuspruch, Geduld und Begleitung. Das macht ihre Arbeit zu einer wichtigen Ergänzung im oft ruhelosen Klinikalltag. Durch ihren Einsatz machen sie Kliniken zu Orten, an denen nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch Menschlichkeit spürbar wird. Für diese besondere Form gelebter Nächstenliebe danke ich Ihnen von Herzen. Sie sind alle Vorbilder und bringen sich aktiv in unsere Gesellschaft ein.“
Mit Stolz blickte Helga Bathe, die als Erste Grüne Dame 2001 eine zunächst kleine Truppe zusammenstellte, auf ihr heutiges Team: 46 Damen und Herren lotsen mittlerweile hilfesuchende Patienten von den Foyers aller drei Kliniken aus zu ihren Zielen, lesen vor, hören zu, gehen spazieren, schieben den Bücherwagen von Zimmer zu Zimmer oder erledigen kleinere Besorgungen. „Manchmal geht es auch darum, am Bett zu sitzen, ganz still, und einfach da zu sein – sodass der Patient merkt: Da ist jemand, der sich abseits der medizinischen Versorgung ein bisschen um mich kümmert“, sagt Gründerin Bathe, die lange Zeit Pflegedienstleiterin an den Kliniken war.
Dr. Detlef Troppens sprach den Ehrenamtlichen bei dem Festakt seinen Dank aus und würdigte Mitglieder der ersten Stunde sowie langjährige Ehrenamtliche mit Urkunden. „Im hektischen Klinikalltag machen die kleinen Dinge den Unterschied: Zuhören, kleine Handreichungen, Zeit für ein persönliches Gespräch. Das Personal kann das mitunter nicht leisten. Diese Lücke füllen unsere Grünen Damen und Herren mit viel Herz und Wärme. Geschenkte Zeit, für die wir dankbar sind.“
Troppens selbst hatte die Idee aus Hamm mitgebracht, wo er eine Klinik besucht und die dortige Grüne Dame kennengelernt hatte. Helga Bathe war entflammt – und startete am 1. April 2001 mit neun Kolleginnen zunächst in den Kliniken Hennigsdorf und Oranienburg. Inzwischen ist die mehr als vervierfachte Gruppe auch in Gransee und im Hospiz Oberhavel Lebensklänge für die Patienten da.
Die Geschichte der Grünen Damen und Herren begann 1969 mit Gründung der Evangelischen Krankenhaus-Hilfe durch Brigitte Schröder, Ehefrau des ehemaligen Außen- und Verteidigungsministers. Angeregt durch den „Volunteer Service“ in den USA gründete sie einen ehrenamtlichen Dienst im Krankenhaus in Deutschland. Organisiert im heutigen Dachverband „Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e. V.“, sind bundesweit etwa 4400 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in mehr als 386 Häusern beschäftigt. Alle in ihrer jeweiligen Kleidung – aber alle ganz in Grün.

Aufstellung mit Ehrengast: Dietmar Woidke würdigte die Grünen Damen und Herren höchstpersönlich. (Fotos: Oberhavel Kliniken/Kerstin Dolderer)

















