Hören trotz Taubheit? Ein Implantat macht‘s möglich
18.06.2025
In Deutschland leben rund 80.000 Menschen ohne Gehör und circa 16 Millionen sind schwerhörig (Deutscher Gehörlosen-Bund e. V.). Dabei ist der Gehörsinn einer der leistungsfähigsten Sinne des Menschen. Er verbindet uns mit der Außenwelt, transportiert Informationen, erzeugt Emotionen und hilft uns, uns räumlich zu orientieren – und das sehr schnell und äußerst sensibel. Die bekannteste Lösung um das Hörvermögen eines Menschen wiederherzustellen, ist das Tragen eines Hörgeräts. Doch wenn der Hörverlust zu stark fortgeschritten oder der Gehörnerv im Innenohr beschädigt ist, kann ein Hörgerät nicht mehr helfen. Hier setzen elektronische Hörprothesen wie das Cochlea-Implantat an und übernehmen die Funktion der Hörschnecke (Cochlea) im Innenohr.


„Cochlea-Implantate (CI) tragen dazu bei, ertaubten Patienten oder Patienten mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit das Hören wieder zu ermöglichen“, erklärt Dr. med. Thien An Duong Dinh, Chefarzt der Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde der Oberhavel Kliniken am Standort Hennigsdorf. „Das CI ersetzt die geschädigten Haarzellen im Innenohr und wandelt akustische Signale in elektrische Impulse um. Dadurch wird der Hörnerv direkt stimuliert.“ Chefarzt Duong Dinh und sein Team haben jüngst erstmals erfolgreich ein solches Implantat in der Klinik Hennigsdorf eingesetzt. Dafür war eine aufwendige Operation notwendig: Einem 51-jährigen Patienten wurde ein Elektrodenträger in die Hörschnecke eingeführt, mit deren Hilfe der Hörnerv frequenzabhängig stimuliert werden kann.

















