Kleines Lexikon

B

Babyfreundliches Krankenhaus

Das Zertifikat „Babyfreundlich" zeichnet Einrichtungen der Geburtshilfe aus, die einen hohen Betreuungsstandard nachweisen. Die internationale Initiative wurde 1991 von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Kinderhilfswerk UNICEF gestartet. Ziel ist es, die erste Lebensphase eines Neugeborenen besonders zu schützen und die Eltern-Kind-Bindung zu fördern.

Beckenendlage

Die Beckenendlage bezeichnet eine Anomalie der Kindslage im Mutterleib. Nicht der Kopf, sondern das Beckenende des Kindes geht voran. Häufig drehen sich Babys in der letzten Schwangerschaftsphase noch in die normale Schädellage. Aufgrund des erhöhten Komplikationsrisikos sollte die Geburt bei Beckenendlage unbedingt von erfahrenen Geburtshelfern begleitet werden.

Bonding

Der Begriff Bonding beschreibt die Entwicklung einer intensiven Beziehung zwischen Eltern und Kind nach der Geburt. Bei dem ersten unmittelbaren Kontakt mit dem Neugeborenen werden die Weichen des gegenseitigen Kennenlernens gestellt: Geborgenheit, Nähe und Sicherheit vermittelt. In Geburtskliniken nimmt das Bonding einen immer höheren Stellenwert ein.

C

CTG

Als Abkürzung steht CTG für Kardiotokografie, ein Messverfahren zur Herzton-Wehenschreibung. Das Gerät zeichnet die Herzschlagfrequenz des ungeborenen Kindes und die Wehentätigkeit bei der Mutter mittels Ultraschall auf. Eingesetzt wird das Verfahren in der Schwangerschaftsbetreuung und vor allem während der Geburt, um die Sauerstoffversorgung des Babys zu überwachen.

D

Doppler-Untersuchung

Diese Methode gehört zur Pränataldiagnostik während der Schwangerschaft. Mit Hilfe von Ultraschall werden die Blutströme zwischen dem kindlichen und mütterlichen Kreislauf gemessen. Der Arzt kontrolliert die Fließgeschwindigkeit des Blutes und überprüft, ob das Kind ausreichend versorgt wird. Die Untersuchung wird beispielsweise bei Verdacht einer Wachstumsstörung des Kindes oder einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung durchgeführt.

E

Episiotomie

Ein Dammschnitt (Episiotomie) wird zur Entlastung des Beckenbodens gesetzt, um einen problematischen Geburtsvorgang zu erleichtern, beispielsweise bei einer Steißgeburt. Er soll die Geburtsdauer verkürzen und einer Unterversorgung des Ungeborenen entgegenwirken.

G

Geburtserleichternde Methoden

nach Dick-Read

Die Dick-Read-Methode beruht auf einem ganzheitlichen Konzept. Eine positive Einstellung soll durch gezielte Aufklärung über die Vorgänge in Schwangerschaft und Geburt geschaffen werden. Mögliche Anspannungen werden mittels geübten Atem- und Entspannungstechniken gelöst und das Vertrauen in den eigenen Körper gestärkt.

nach Lamaze

Bei der Lamaze-Methode wird dem Geburtsschmerz mit gezielten Atem- und Entspannungstechniken entgegenwirkt. Auch der Partner wird unterstützend in den Prozess eingebunden. Ziel ist es, die Geburt als natürlichen sowie positiven Vorgang wahrzunehmen und zu erleben.

nach Leboyer

„Sanfte Geburt" wird die Leboyer-Methode auch genannt – dabei steht das Kind im Mittelpunkt. In ruhiger Atmosphäre und ohne unnötige Stressoren soll es auf die Welt gebracht werden. Der Geburtsverlauf wird als entscheidendes Moment für die weitere Mutter-Kind-Beziehung angesehen.

L

Laktation

Unter Laktation versteht man die Bildung der Muttermilch in den weiblichen Brustdrüsen. 

N

Neonatologie

Die Neonatologie ist ein Schwerpunkt innerhalb der Kinderheilkunde (Pädiatrie) und befasst sich mit der medizinischen Betreuung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen.

Auf der Entbindungsstation der Klinik Oranienburg ist auch die Versorgung von Frühgeborenen ab der 33. Schwangerschaftswoche und von kranken Neugeborenen im Rahmen unseres Perinatalen Schwerpunktes möglich.

P

Pädiatrie

Die Pädiatrie bezeichnet das Fachgebiet der Kinder- und Jugendmedizin und erstreckt sich über alle Teilgebiete der klinischen Medizin.

PDA/SPA

Die PDA (Periduralanästhesie) ist eine örtliche Betäubung bei Wehenschmerzen. Mit Hilfe eines dünnen Katheters im Wirbelsäulenbereich wird ein Medikament gegeben. Dies führt zu einer temporären Schmerzbeseitigung und Bewegungshemmung im zugehörigen Körperabschnitt. Im Unterschied zur PDA wird bei der SPA (Spinalanästhesie) ein Depot des lokalen Anästhetikums verabreicht. Zur Einsetzung kommt die SPA beispielsweise bei geplanten Kaiserschnitten; dabei kann die Mutter die Geburt bewusst miterleben.

Priming

Priming bedeutet die künstliche Einleitung der Geburt durch eine lokale Gabe von hormonellen Substanzen im Bereich des Gebärmutterhalses, die die Uteruskontraktion auslösen.

Pudendusanästhesie

Bei der Pudendusanästhesie wird ein lokales Anästhetikum direkt an die beiden Pudendusnerven gespritzt. Diese Nerven verlaufen an der Scheideninnenwand. Zum Einsatz kommt diese Betäubung beispielsweise am Ende der Geburt, kurz bevor das Köpfchens des Babys austritt. Sie lindert den eigentlichen Dehnungsschmerz.

R

Rooming-in

Rooming-in beschreibt eine Form der Unterbringung in der Entbindungsklinik. Die junge Mutter kann dabei ihr Neugeborenes Tag und Nacht bei sich im Zimmer behalten. Der unmittelbare Kontakt stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind (Bonding). Zudem wird das Stillen unterstützt, das durch Rooming-in jederzeit möglich ist.

S

Sanfter Kaiserschnitt

Der sanfte Kaiserschnitt wird auch als Misgav-Ladach-Methode bezeichnet. Im Vergleich zum herkömmlichen Kaiserschnitt wird dabei eine schonendere Technik angewendet: die Bauchschichten werden durch Dehnen und Ziehen eröffnet und somit weniger Nerven wie auch Gefäße durchtrennt. Durch die kürzere Operationsdauer und gewebeschonende Durchführung kann sich die Mutter rascher erholen und für ihr Kind da sein.

W

Wendung

Bei der äußeren Wendung wird das Baby aus der Beckenendlage in die Schädellage im Mutterleib gedreht. Gezielte äußere Handgriffe unterstützen das Kind, sich in die richtige Position zu drehen. Anwendung findet diese Methode in den letzten Wochen der Schwangerschaft. Sie sollte nur in einem Krankenhaus erfolgen, dessen Mitarbeiter Erfahrungen mit der äußeren Wendung haben.

Qualitätsmanagement

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