Station 20

Fachabteilung Psychiatrie und Psychotherapie in Hennigsdorf

Station mit Schwerpunkt Abhängigkeitserkrankungen

Die Station 20 behandelt Patienten, die den Umgang mit Alkohol, Drogen oder auch Medikamenten nicht mehr in der Art steuern können, wie sie es sich eigentlich für sich wünschen. Der Konsum ist aus dem Ruder gelaufen. Gesundheitliche Probleme können die Folge sein und die Sorge um körperliche Beschwerden ist nicht selten Anlass, um erstmals Hilfe aufzusuchen. Auch das Umfeld, insbesondere die Partnerschaft und die Familie, aber auch das Verhältnis zu Freunden und Bekannten können in Schieflage geraten sein – so können vielfältige Gründe zu einem Beratungsgespräch oder einer stationären Aufnahme führen.

Unser Team ist davon überzeugt, dass in jedem die Fähigkeit innewohnt, sich wieder aus dem Teufelskreis der Abhängigkeit zu befreien und sich ein sinnvolles Leben aufzubauen. Wir möchten unsere Patienten dabei in einem ganzheitlichen Sinne unterstützen.

Qualifizierter Entzug

Der körperliche Entzug ist nur ein kleiner Teil des Gesamtproblems. Neben der rein körperlichen Entgiftung bieten wir zur Aufklärung und zur Bewältigung der Abhängigkeitserkrankung den sogenannten Qualifizierten Entzug an. Dieser dauert in der Regel 21 Tage und besteht aus folgenden Angeboten:

  • Diagnostik und Therapie von Begleiterkrankungen
  • Psychotherapie im Gruppen- und Einzelsetting
  • Beratung durch unseren Sozialdienst
  • Vermittlung der Patienten in das regionale Suchthilfesystem
  • direkte Beratung durch Einrichtungen des örtlichen Suchthilfesystems (zum Beispiel Caritas)
  • Vorstellung von Selbsthilfegruppen in der Klinik
  • Information und Beratung der Angehörigen
  • Ergotherapie
  • Musiktherapie
  • Sport-/Bewegungstherapie
  • Achtsamkeit

Diagnostik und Therapie von Begleiterkrankungen

Nicht selten liegen neben der Abhängigkeitserkrankung weitere psychische oder körperliche Erkrankungen vor. Wir legen großen Wert auf die Diagnostik und die Behandlung von Begleiterkrankungen und nutzen hierfür alle Möglichkeiten des Allgemeinkrankenhauses. Wenn spezielle Fragen nicht vor Ort geklärt werden können, erfolgt eine Vermittlung in entsprechende Abteilungen.

Bei der Behandlung von psychischen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Depression und Angsterkrankungen kommt die sogenannte „Acceptance and Commitment Therapy“ (kurz: ACT) zur Anwendung. Es handelt sich dabei um eine moderne Form der Verhaltenstherapie. Der Schwerpunkt der psychotherapeutischen Behandlung liegt hier in den Gruppentherapien, es erfolgen aber auch einzeltherapeutische Gespräche.

 

Weiterbehandlung und Vermittlung ins regionale Suchthilfesystem

Eine Gewohnheit, die sich über Jahre eingeschlichen hat, ist meist nicht in drei Wochen umfassend zu behandeln. Selbsthilfegruppen können eine außerordentlich gute Unterstützung bei der Bewältigung einer Abhängigkeitserkrankung sein. Einige Einrichtungen des örtlichen Suchthilfesystems bieten regelmäßig Sprechstunden auf unserer Station an. Darüber hinaus berät vor allem unser Sozialdienst  über alle Möglichkeiten der regionalen Suchthilfe und der Rehabilitation. Selbstverständlich unterstützen wir Sie auch bei anderen, sozialen oder finanziellen Fragen.

Sofern gewünscht, bieten wir auch Angehörigengespräche gemeinsam mit dem Betroffenen an. Diese können mit einem Arzt oder Therapeuten, aber auch mit unserem Sozialdienst erfolgen. Zusätzlich findet einmal im Monat in unserer Klinik eine Angehörigengruppe statt.

Nachsorge

Die Entlassungsphase stellt nicht selten eine schwierige und sensible Behandlungsphase dar: Plötzlich fällt der schützende und strukturierende Rahmen der stationären Behandlung weg und die Betroffen sind den Schwierigkeiten des Alltags wieder voll ausgesetzt. Die Rückfallgefahr ist in dieser Zeit besonders hoch. Die sorgfältige Planung der Nachsorge ist ein wichtiger Baustein in der Behandlung. Daher bieten wir unseren Patienten die sogenannte „nachstationäre Behandlungsphase“ an. In dieser Phase ist es möglich, innerhalb von 2 Wochen bis zu 7 Behandlungstermine wahrzunehmen und so weiter am Behandlungsprogramm teilzunehmen. Die Nachsorge kann auch über die psychiatrische Institutsambulanz (PIA) unserer Abteilung erfolgen.

Sprechstunde für Abhängigkeitserkrankungen

Zur Nachsorge bieten wir darüberhinaus eine spezielle ambulante Sprechstunde für Patienten mit einer Abhängigkeitserkrankung an, die sich in erster Linie an Patienten mit einer „Doppeldiagnose“ (zum Beispiel Psychose und Sucht, Depression und Sucht) richtet. Die Anmeldung erfolgt über die Psychiatrische Institutsambulanz (Telefon: 03302 545-4419). Das Behandlungsangebot dieser Sprechstunde umfasst auch die Möglichkeit zum ambulanten Entzug von Alkohol und Drogen, sofern dies medizinisch vertretbar ist. Ein Programm zur Trinkmengenreduktion wird ebenfalls angeboten.

Aufnahme

Wenn Sie an einer Behandlung in unserer Klinik und der Ambulanz interessiert sind, vereinbaren Sie bitte einen Beratungstermin für die offene Sprechstunde (montags von 11.00–12.00 Uhr). Sie benötigen für diesen Termin eine Überweisung durch Ihren Hausarzt. Sollten Sie eine stationäre Behandlung wünschen, so wird eine Einweisung benötigt.

Zur Terminvereinbarung und Anmeldung erreichen Sie das Team der Station 20 über die Telefonnummer: 03302 545-4210.

Informationsmaterial

  • Mime Type pdf
    Kurzkonzept der Station 20

    Diagnostik und Therapie, Weiterbehandlung, Nachsorge

    121 KB

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